Mein Töchterlein dürfte dies mit den Genen ihrer Mutter mitbekommen haben: Sie möchte spontan ihr Zimmer umstellen und zeichnet am Montag eine Skizze, wie sie ihr Zimmer umgestaltet haben will. Wir machen uns an die Arbeit, nehmen Anmessung vor und beginnen. So ganz wie sie es projektierte geht es allerdings nicht, da ein Wasserschaden des Mieters oberhalb von uns, trotz mehrfacher Urgenz bei der EBGS (Sommer 2007!) bis dato nicht saniert wurde. Jedenfalls soll der Wandverbau verschoben werden und das macht die Abnahme einer Pin-Wand aus Metall notwendig.

Als ich die Pin-Wand entferne traue ich meinen Augen kaum - es wird an der Rückseite Rost sichtbar. Ein Blick auf die Wand und ich sehe Schimmelpilze. Mit der Hand taste ich die Wand ab, nehme einen Schraubenzieher um die Festigkeit des Verputzes zu überprüfen. Er dringt mühelos einige Zentimeter in das Mauerwerk ein. An unterschiedlichen Stellen überprüfe ich und im Wissen, daß an dieser Wand der angrenzenden Wohnung die Dusche “installiert” ist, folgt die Erkenntnis, daß dort die Schadensursache begründet liegen muß.

Ich erinnere mich, daß ich zurückliegend bei der Sockelleiste eine feuchte Stelle beim Ausmalen wahrgenommen habe und bei der Nachbarin nachfragte, ob ihr etwas ausgeronnen sei, was sie verneinte. Ja, ich bin sauer, weil dies der dritte Schaden innerhalb der letzten drei Jahre bei mir, der offensichtlich auf nicht sachgemäße Installationen zurückzuführen ist. In der Anlage waren es bereits einige mehr - dazu jedoch etwas später. Nur Pech, daß die Nachbarn gegenwärtig in Bosnien auf Urlaub sind.

Vor drei Jahren wähnte ich mich in einem inszenierten Abenteuer-Film, als im zweiten Stockwerk bei einer Installation gepfuscht wurde und in der darunter befindlichen Wohnung es tatsächlich REGNETE. Es dauerte dann einige Tage, aber auch dieses Wasser beglückte meine Wohnung, die sich im Erdgeschoß befindet!

Zurück zum Aktuellen. Ich halte Nachschau, wo sich die Angehörigen der Nachbarn befinden. Die Eltern leben im gleichen Haus wie Töchterlein und ich. Finde die Mutter, die leider auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen (~ seit 1992 in Österreich) nicht versteht, was ich ihr vortrage. Nach dem Ersuchen meinerseits mitzukommen zeige ich ihr den feuchten Bereich. Wertvoll, sie hat verstanden worum es geht und zeigt mir den Schlüssel der Wohnung ihrer Tochter. Nein, das mache ich nicht - ich gehe in keine fremden Wohnungen und ersuche diese telephonisch zu kontaktieren. So weit kommen wir offensichtlich sprachlich nicht zusammen …

Schimmelpilze sind keine Angelegenheit, die man auf die leichte Schuler nehmen soll und schon überhaupt nicht bei Kindern. Umfassende Recherchen zu der zurückliegenden Reportage belehrten mich über deren Gefährlichkeit. Wir räumen das Zimmer - Töchterlein übersiedelt zu mir. Trotz meinem Versuch ihr die Notwendigkeit dieser Maßnahme zu erklären, ist sie traurig, weil sie sich so auf ihr “neues” Zimmer gefreut hatte.

Ich setze mich zum Schreibtisch, schreibe dem Geschäftsführer der EBSG, GF Ing. Schlappal ein unmißverständliches Fax und bringe meinen Mißmut auch über den noch immer nicht behobenen Wasserschaden des letzten Jahres, resultierend aus der Wohnung oberhalb zum Ausdruck. Mit dem jetzigen Ereignis, treffe ich die bereits mehrmals aufgeschobene Entscheidung das Leben hier öffentlich zu machen. Stelle die Forderung nach einer unverzüglichen Kontaktaufnahme und teile in Anbetracht der Erfahrungen mit, sofern die Genossenschaft wieder tatenlos bleibt, am Mittwoch bei der Baupolizei vorstellig zu werden.

Anschließend greife ich zum Höher und rufe meine vormalige Frau, Mutter meines Töchterleins an. Falle quasi aus allen Wolken, als sie mir in Erinnerung ruft, daß unsere Tochter seit sie ein Kleinkind war immer wieder Hustenanfälle hatte und wie nicht nur in ärztlicher Behandlung waren, sondern auch im Allergieambulatorium Tests durchgeführt wurden, die negativ verlaufen sind. Ich erinnerte mich dann, daß ich auf eine Waschmittelallergie tippte, aber es wurde die Ursache nicht gefunden. Vor etwa zwei Wochen, bei ihrem letzten Hustenanfall habe ich in gewohnter Weise einfach das Fenster geöffnet, denn dann stellte sich stets eine rasche Besserung ein.

Mit diesen Erkenntnissen begab ich mich zu später Stunde zu Bett - es war eine kurze Nacht - es arbeitete in meinem Kopf. Um etwa 5:30 Uhr in der Früh setzte ich mich wieder an den Schreibtisch und schickte eine e-Mail an die Leiterin der Verwaltung der EBSG um diese offensichtliche Gesundheitsbeeinträchtigung nicht nur zu deponieren, sondern auch der ordnungsgemäßen umgehenden Notwendigkeit der Sanierung Nachdruck zu verleihen. Wir können das Zimmer derzeit nicht bewohnen und ich erwarte unter Hinterlassung einer Telefonnummer eine umgehende Kontaktaufnahme.

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Eine Antwort zu “Kinderzimmer soll umgestellt werden - plötzlich werden Schimmelpilze sichtbar”
  1. [...] in einem Bett schlafen, weil ihr Zimmer am Montag zur SPERRZONE wurde. Aber das ist eine andere Geschichte mit einem gar nicht lustigem Hintergrund! addthis_url = [...]

  2.  
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