Archiv für August 2008

Vor etwa zwei Stunden bin ich auf den Treppen meiner Stiege gestanden und habe einfach nur in den Hof der Anlage geblickt. Belustigend nahm ich drei Mädchen im Alter von 3-4 Jahren wahr, die auf dem Dach eines im Hofe geparkten Personenkraftwagens saßen und sich unterhielten. Mit Sicherheit ein ungewöhnlicher Ort für den Aufenthalt einer Damenrunde, aber der Anblick war richtig herzig. Nach ein paar Minuten war dann aus dem 2. Stock des Nebenhauses eine Frau zu vernehmen, die offensichtlich eine Angehörige eines der Mädchen war. In türkischer Sprache mit entsprechenden Tonfall und Lautstärke folgten offensichtlich Anweisungen, denn die Mädchen verließen blitzartig über die Motorhaube das Fahrzeug.

Wenige Minuten später: Die drei Mädchen sind auf die Böschung gegangen und spielen dort (ca. 40m Entfernung). Der Besitzer des Personenkraftwagens auf dem die Drei zuvor saßen, begibt sich in deren Richtung aus dem Haus kommend. Es ist ein älterer Mann und wahrscheinlich auch der Großvater, zumindest, von einem der Mädchen.

Bei der Böschung angekommen, spricht er sie an - er reicht jedem Mädchen einzeln die Hand und hilft ihnen von der Anhöhe hinunter auf die Wiese. Er schimpft offensichtlich darüber, daß sie auf seinem Autodach Platz genommen haben - dann reißt er alle einzeln hintereinander an den Ohrläppchen, sein Tonfall wird lauter. Ich meine, sie werden ihre Lektion gelernt haben und dann aus meiner Sicht, als Vater von mehreren Kindern, der selbst als Kind geschlagen wurde und niemals die Hand gegen Kinder erhob, das Unfaßbare: Er schlägt zwei von den drei Knirpsen mit der flachen Hand ins Gesicht, das Klatschen höre ich bis zu meinem Standort. Aufschreien, Weinen und Rufe nach der Mama folgen. (Mittlerweile habe ich einige Worte der türkischen Sprache hier schon gelernt).

Während der Mann vom obersten Bereich der Hofanlage wieder zu seinem Wohnhaus zurückgeht, blicke ich ihm direkt in die Augen, wende für keinen Moment mein Antlitz ab. Da sich unsere Stiege in der Mitte befindet, muß er an mir vorbeigehen. Ich kann selbst nicht beurteilen, was er darin erkennen konnte oder auch nicht - je näher er kam um so unsicherer schien er mir zu werden - und plötzlich grüßte er, was er sonst nie tat - ein Gruß, den ich nicht erwiderte.

Ich empfinde nur Verachtung und denke mir, eigentlich möchte ich hier nicht mehr leben. Wenn sich Erwachsene Gewalt antun ist dies eine Sache, aber das Schlagen von Kindern, noch dazu auch Kleinkindern, ist widerwärtig aber hier keine Seltenheit …

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Vor einigen Tagen kündigte sich der Herbst mit verminderten Temperaturen während der Nachtstunden an. Dies hatte zur Folge, daß es seit längerer Zeit bereits mit Einbruch der Dunkelheit still in der Hofanlage wurde. Doch auch diese Stille hatte eine Kehrseite der Medaille: War es zwar im Hofe still, weil den Mitbewohnern zu kalt, wurden jedoch Freunde, Familie und/oder Bekannte in die Wohnung(en) eingeladen. Im konkreten Fall, standen etwa 8 Paar Schuhe vor der Eingangstüre einer nicht ganz 30m2 großen Wohnung im 1. Stock des von mir mitbewohnten Hauses. Dies weis ich deshalb, weil ich gegen 22:30 Uhr dort vorstellig wurde, weil Besucher inkl. Kleinkinder sich einen Trampelpfad vom Wohnzimmer in die Küche eingerichtet hatten. (Altes Haus = alter Fußboden = Strohmatten mit Holzbretter = schwingend = erschütternd in zweierlei Hinsicht).

Zur Veranschaulichung ein kurzer Umriß eines klassischen Sommertages mit warmen Temperaturen - gestern, Donnerstag:

Die Tore der Anlage sind offen - können, seit die Kinder sie nach der Reparatur vor Jahren als Hutschen verwenden auch gar nicht mehr ordnungsgemäß verschlossen werden. Der Bummelverkehr ins Kulturzentrum beginnt, die Tische in der Außenanlage werden gedeckt, Menschen strömen herbei. Irgendwann am Vormittag das gewöhnte Aufschlagen des Balles auf der Fahrbahn der Straße - ein Abzählen der Personen zwecklos - Kinder: Rund 20 in einer Altersbandbreite von 3 bis 14 beherrschen, jedenfalls mit der Lautstärke, den Hof. Spielend, schreiend, kreischend und neuerdings ausgestattet mit Spielzeugwaffen, was intensive Gespräche mit meiner Tochter zur Folge hatte.

Grillen, fremde Autos kommen und fahren wieder, Teppiche werden gereinigt - es ist gesellig, die Damen machen alles in Gruppen, die Herren auch, jedoch keine Hausarbeiten.

Am Nachmittag, knallt das Einfahrtstor auch wieder in bekannter Manier gegen die Hauswand, die Erschütterung des klingenden Metalls pflanzt sich vom Erdgeschoß bis in den letzten Stock fort. Nach einigen Minuten des kontinuierlichen gegen die Hauswand prallenden Tores herrscht Gewißheit, die Kinder hutschen wieder. Der Weg zu ihnen - mühselig, deren Eltern teilweise selbst im Hof anwesend, schert es keineswegs. Dabei kommen hier zwei Komponenten zum Tragen, des Einen die Reparatur darf ich mitblechen und der Lärm des anschlagenden Tores, beschränkt sich nicht nur auf die Zeiten zu denen die Kinder damit spielen, sondern auch wenn Wind geht, denn die Verankerungen waren längstens ruiniert worden und wurden dann gleich der Einfachheit halber gänzlich entfernt. Somit haben die Tore keine Verankerung, außer den  Steinen, die dann wieder auf ganz einge Weise beglücken können. Vor allem dann, wenn man nach Hause kommt und der Stein …

Es nutzte kein Appell, keine Bitte damit aufzuhören.

Die Hoffnung am Abend durch nunmehr frühzeitig eintretende Dunkelheit endlich etwas Ruhe zu erlangen, wurde auch zu Nichte gemacht. Obwohl sich schon die dunkle Luft breit machte, wurde knapp vor 21 Uhr Nachlaufen in Kombination mit Verstecken gespielt. BUA - tönt es durch den Hof. In der Wohnung hatte es 26° Celsius und damit ich mich mit meiner Tochter bei normaler Lautstärke unterhalten konnte, war ich gezwungen alle Fenster zu schließen.

Die Kinder der Mitbewohner haben andere Lebensgewohnheiten, auch während der Schulzeit ist ein Spielen bis Mitternacht durchaus keine Seltenheit, wie die das allerdings dann mit der Schule in Einklang bringen, bleibt mir ein Rätsel. Erst um 22:45 Uhr, als meine Tochter bereits schlief war es mir möglich zwei Fenster ins Freie zu öffnen - zuvor ersuchte ich noch die Anwesenden wenigstens den Platz vor dem Kinderzimmer von Lärm und spielenden Knirpsen freizumachen.

Ein Abend an dem ich tatsächlich daran dachte die Polizei zu holen - aber vielleicht wird Ihnen eine Tondokument das verdeutlichen können, was hier eine gravierende psychische Belastung darstellt. Einmal mehr Beispiele dafür, daß die Hausordnung nur auf dem Papier existiert.

Übrigens an die Adresse der EBSG hätte ich da schon einen Vorschlag zu unterbreiten: Die Tore einfach an der Wand fix montieren. Damit wäre mit einem Schlag das Ballspielen (wahrscheinlich) beendet und jedenfalls das Anknallen dieser an die Hauswände!

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